Treibhausgas-Minderungsquote & Elektromobilität

Treibhausgas-Emissionen im deutschen Verkehr

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die deutschen Treibhausgas-Emissionen (hauptsächlich CO2) bis 2020 um 40 % gegenüber 1990 zu mindern (siehe „Treibhausgas-Emissionen in Deutschland“).

Auch der Verkehrssektor muss dafür seinen Beitrag leisten – bis 2016 ist im Vergleich zu 1990 jedoch ein Anstieg um 2,2% zu verzeichnen. Bei den gesamten Treibhausgas-Emissionen wurde bis 2014 eine Minderung von 27,8 % erreicht. Seitdem stiegen die Treibhausgas-Emissionen wieder an. Das liegt vor allem an gestiegenen Emissionen im Verkehrssektor, bedingt durch den wachsenden Straßengüterverkehr und einem zunehmenden Absatz von Dieselkraftstoff. Quelle: Umweltbundesamt

Für die einzelnen Sektoren existieren verschiedene Mechanismen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen. Der Energie-Sektor beispielsweise setzt auf das Emissionshandelssystem der EU (Emission Trading System – ETS) und eine Energiewende hin zu erneuerbaren Energien. Für den Verkehrssektor gilt neben der Mobilitätswende und Flottenwerten für die Fahrzeug-Hersteller, die Treibhausgas-Minderungsquote als ein vielversprechendes Instrument. Diese gibt den Mineralölunternehmen eine Quote für Treibhausgas-Einsparungen vor, die mithilfe von emissionsärmeren Kraftstoffen wie Biokraftstoffen, Bio-Gas und Strom für Elektroautos erreicht werden können.

Elektromobilität

So funktioniert die THG-Minderungsquote

Die 38. BundesImmissionsSchutzVerordnung (BImSchV) ermöglicht Energieversorgern seit 2019 eine Anrechnung der Emissionseinsparungen aus Elektroauto-Strom als THG-Quoten (nach § 37a des BImSchG) durch das Umweltbundesamt. Sogenannte quotenverpflichtete Unternehmen – größtenteils die bekannten Mineralölkonzerne – erwerben diese Einsparungen, um ihre Vorgaben zur Emissionsreduktion gemäß Bundesimmissionsschutzgesetz zu erfüllen. Durch diese Marketmechanismen (ähnlich dem EU Emissionshandel) wird eine nachhaltige Verkehrswende quer-subventioniert, langfristig setzen sich emissionsarme Antriebstechnologien durch. Gleichzeitig erschließt sich für Betreiber von Ladeinfrastruktur neues Umsatzpotenzial in einem oft nicht lukrativen Markt für öffentliche und private Ladestationen. Eine gute Ladeinfrastruktur ist aber zwingend erforderlich für den Erfolg der Elektromobilität und somit einem nachhaltigeren Verkehrssektor. Eine zukünftige Anrechnung von zertifiziertem Ökostrom würde darüber hinaus für Subventionen in Erneuerbaren Energien sorgen.

Elektromobilität führt zur Einsparung von THG-Emissionen

Elektroautos, die mit einem vorteilhaften Strommix (höherer Anteil von erneuerbaren Energien, idealerweise 100%) geladen werden, sparen ordentlich Emissionen gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor ein.

Entwicklung der THG-Minderungsquote

und die Rolle der Elektromobilität
  • 2009

    EU Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED I)

    Richtlinie 2009/28/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. April 2009 zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen.

  • 2015

    Biokraftstoffquotengesetz (§ 37a BImSchG)

    Gesetz zur Einführung einer Biokraftstoffquote durch Änderung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes und zur Änderung energie- und stromsteuerrechtlicher Vorschriften

  • 2018

    Update Erneuerbare-Energien-Richtlinie (EU RED II)

    Anders als bisher, wo es national verbindliche Ziele gab, sieht die neue Richtlinie nur mehr ein verbindliches Gesamtziel auf EU-Ebene vor: 32 % erneuerbare Energien bis 2030. Die Mitgliedsstaaten sind dazu verpflichtet, durch nationale Klima- und Energiepläne zu diesem Gesamtziel beizutragen.

  • 2018

    38. BImSchV: Anrechnung von Strom für Elektrofahrzeuge

    Mit Erlass der 38. BImSch-Verordnung besteht ab 2019 erstmals die Möglichkeit, Emissionseinsparungen aus Strom für Elektroautos anrechnen zu lassen.

  • 2020

    THG-Minderungsquote steigt auf 6%

    Die Höhe der THG-Minderungsquote steigt von 3,5% (2015) über 4,5% (2018) auf 6% (2020) und ist vorerst bis 2030 auf diese Höhe festgesetzt.

  • 2030

    Anrechnung Ökostrom? Höhere Quote?

    Um einen nachhaltigeren Verkehr zu erreichen, ist eine Fortführung und gegebenfalls Ausbau der THG-Minderungsquote nahezu unausweichlich. Denkbar sind eine höhere Quote und Anrechnung von Ökostrom, Planungssicherheit für die Unternehmen muss aber gegeben sein.

Weitere Informationen

Allgemein, Gesetze, Elektromobilität

Treibhausgas-Minderungsquote (Hauptzollamt)

Anrechnung Emissionseinsparungen (Umweltbundesamt)